Aktionstag "zu Fuß zur Schule"

von Anja Rocher

Seit 1994 werden in Deutschland Zu-Fuß-zur-Schule-Aktivitäten durchgeführt, seit 2000 gibt es den jährlichen internationalen „I walk to school“-Tag. Seit 2007 richten der Ökologische Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) und das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. gemeinsam die Aktionstage zu diesem Thema aus. Dabei werden Schulklassen und Kindergartengruppen aufgerufen, verschiedene Aktionen in diesen Wochen - und gerne auch darüber hinaus - durchzuführen. Im Jahr 2017 haben sich 90.000 Kinder und 4.400 Klassen und Kindergartengruppen an den Aktionstagen beteiligt, auch die Karl-Weigand-Schule war dabei!

Auch in diesem Jahr beteiligte sich die Grundschule der KWS an dem Aktionstag. Bereits im Vorfeld wurden die Eltern der Grundschüler per Elternbrief informiert, sowie in den Klassen besprochen, warum es besser ist, morgens zu Fuß zur Schule zu kommen:

Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, weil dies vermeintlich sicherer ist. Dabei verunglücken in den letzten Jahren die meisten Kinder als Beifahrer in einem PKW. Auch vor unserer Schule führt der Hol- und Bringverkehr immer wieder zu gefährlichen Verkehrssituationen. Der Aktionstag ist eine gute Gelegenheit auszuprobieren, ob es auch ohne Auto geht.

Für Kinder hat es viele Vorteile, den Schulweg zu Fuß, mit Roller oder Fahrrad zurückzulegen:

  • Bewegung ist für die Entwicklung der Kinder unverzichtbar. Laufen, Klettern, Balancieren und Radfahren trainieren Ausdauer, Koordination und Gleichgewichtssinn und unterstützen auch die geistige Entwicklung. Kinder, die zu Fuß gehen, sind wacher, aufmerksamer und können sich besser konzentrieren.
  • Kinder, die ihren Schulweg selbständig zurücklegen, können sich besser orientieren und erleben ihre Umwelt bewusster. Kinder, die viel mit dem Auto unterwegs sind, fällt es ihm schwer Orte miteinander in räumliche Beziehung zu setzen.
  • Auf dem Schulweg treffen die Kinder auf andere Menschen. Sie lernen Kontakte zu knüpfen, sich abzugrenzen und trainieren damit wichtige Fähigkeiten für Sozialverhalten und Teamfähigkeit.

Auch Eltern profitieren davon, wenn ihr Kind selbstständiger wird, weil sie Zeit für das Bringen und Holen sparen. Und nicht zuletzt leisten wir mit der Aktion einen Beitrag zum Klimaschutz und damit auch für die Zukunft unserer Kinder: denn Radfahren und zu Fuß gehen bedeuten Null-Emissionen.

Für die Vierklässler gab es noch eine besondere Aufgabe: Sie wurden am Aktionstag zu "Verkehrspolizisten" und durften allen Eltern-Taxis, Falschfahrern und -parkern kleine "Strafzettel" verteilen, welche auf das Fehlverhalten bzw. den Aktionstag hinwiesen. Besonders vor der 1. Stunde, aber auch zur Abholzeit am Mittag wurden viele solcher Zettel verteilt. Von Passanten und auch einigen Autofahrern gab es positive Reaktionen, so dass zu hoffen bleibt, dass in Zukunft vielleicht doch weniger Kinder von ihren Eltern zur Schule gebracht werden.

Für die Erstklässler gab es hingegen Geschenke:

Da sie nicht nur Schulanfänger sondern auch Verkehrsanfänger sind, ist es für sie besonders wichtig, im Dunkeln gesehen zu werden. Der ADAC verschenkt deshalb jedes Jahr leuchtend gelbe Warnwesten mit der rückseitigen Aufschrift "Verkehrsdetektive" an alle Schulanfänger.

Schulleiterin Frau Burkhard und Grundschulleiterin Frau Rösner-Messik freuten sich, auch in diesem Jahr die Warnwesten verteilen zu dürfen. Die Kinder probierten ihre leuchtenden Geschenke sofort aus und wussten auch gleich, warum es so wichtig ist, von den Autofahrern im Dunkeln gesehen zu werden.

Wir hoffen, dass die reflektierenden Warnwesten in den nächsten Monaten von den Kindern getragen werden!

Im Sachunterricht wurde zudem die Sichtbarkeit von Kleidung und das Verhalten im Straßenverkehr thematisiert. Die Erstklässlerinnen und Erstklässler lernten, dass dunkle Kleidung bei Dunkelheit viel schlechter gesehen wird als helle Kleidung. Außerdem wurden Regeln besprochen, wie man sich auf dem Schulweg verhält, besonders wenn man eine Straße überqueren muss.

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