Grünes Klassenzimmer

von Antonina Lemke

Schulgarten der Karl-Weigand-Schule als Lernort an der frischen Luft und in der Natur

Seit Sommer 2017 heißt es an der Karl-Weigand-Schule: Raus aus dem Klassenraum, rein in die Gummistiefel und ab in den Garten!

Seitdem hat die Schule einen eigenen Schulgarten, welcher vom Förderverein der KWS finanziert und vom Bildungsprogramm "GemüseAckerdemie" unterstützt wird.

Derzeit ackern Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse und ein Neigungskurs der Grundschule im Schulgarten. Betreut werden sie dabei von den Lehrkräften Matthias Bauer und Christian Sacks, die zu diesem Zweck von der „Ackerdemie“ ausgebildet wurden.

Der Garten, der ein wenig verborgen hinter dem Gebäude der Schule liegt, wurde in den Sommerferien 2017, auf der Grundlage eines umfangreichen Konzeptes, das die KWS gemeinsam mit der Ackerdemia e.V. erarbeitet hatte, erschaffen. 

Mittlerweile wird der Gemüsegarten ganzjährig von den Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrern betreut. Zusätzlich unterstützt die „Ackerdemie“ bei Pflanzungen, die allerdings sukzessive in die Hände der Schule gelegt werden, um langfristig zu erreichen, dass diese den Schulgarten unabhängig bewirtschaften kann.

Tritt man ein in das grüne Klassenzimmer, wird schnell deutlich, wieviel Arbeit und Herzblut in diesem Stück Natur steckt, das mit großer Begeisterung aller Beteiligter bepflanzt und gepflegt wird.                                               

Im Winter pausiert das Thema Garten an der KWS keineswegs. Das grüne Klassenzimmer wird theoretisch in den Unterricht integriert. Die Schüler*innen lernen saisonale Lebensmittel kennen, beschäftigen sich mit Fragen wie „Was darf auf den Kompost?“ oder „Woher kommt eigentlich das Gemüse, wenn wir es nicht selbst anpflanzen?“ und lernen anhand des Pflanzkalenders, welches Gemüse wann gepflanzt und geerntet wird. Mithilfe von Unterrichtsmaterial, das von der „Ackerdemie“ zur Verfügung gestellt wird, lernen die Schüler*innen mehr über biologischen Anbau und wie Lebensmittelverschwendung aktiv im Alltag verringert werden kann. 

Auch die Gestaltung und Ausstattung des Schulgartens entwickelt sich stetig weiter. So wurde im vergangenen Schuljahr gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern ein eigener Komposthaufen angelegt, Holzschilder zur Beschriftung der Beete im Arbeitslehre-Unterricht angefertigt und der Garten zum Schutz vor ungebetenen tierischen Besuchern eingezäunt.

Außerdem konnte eine Blumenwiese für Bienen und ein Apfelbaum auf dem Gelände der KWS gepflanzt werden.

Im Sommer 2018 kam dann ein weiteres Highlight zum „grünen Erleben“ von Schülerinnen und Schülern hinzu – die Gemüseklasse. Dadurch hielten schließlich sogar Gemüse und Kräuter in Hochbeeten Einzug in die Räumlichkeiten der KWS.

Auch dieses Projekt wurde vom Förderverein der Karl-Weigand-Schule finanziert und von der „Ackerdemie“ unterstützt, deren Mitarbeiter*innen die Schülerinnen und Schüler beim Pflanzen und Aussäen anleiteten.

In der Praxis kümmern sich die Schüler*innen in Teams um die Pflege der Hochbeete und haben so die Möglichkeit, an der Entwicklung der Pflanzen hautnah beteiligt zu sein und diese im täglichen Unterricht beobachten zu können. 

Das Projekt „Schulgarten“ traf von Beginn an bei der gesamten Schulgemeinde auf große Begeisterung, welche sich auch in freiwilligem Engagement zeigt. In den Sommerferien unterstützen Eltern und Schüler*innen Herrn Bauer und Herrn Sacks regelmäßig freiwillig beim Gießen und Pflegen der Schulgartenbeete.  „Über das zusätzliche Engagement freuen wir uns und es zeigt einmal mehr, wie gut den Schüler*innen aber auch uns Lehrern die praktische Arbeit tut – und das positive Ergebnis ist für uns täglich sichtbar“, so Bauer.

Sind die Erträge des Gartens (u.a. Mangold, Karotten, Radieschen, Rote Bete, Kohlrabi, Salat oder Lauchzwiebeln) bereit zum Ernten, werden diese im Rahmen des Wahlpflicht-unterrichts „Kochen“ verwertet und auch das Lehrerkollegium freut sich über regelmäßige Verkäufe der Ernte im Lehrerzimmer. 

Schulleiterin Franziska Burkhard erwartet wie schon in den vergangenen beiden Jahren mit besonderem Interesse die Kürbisernte Ende Oktober. Auch in diesem Jahr wird aus den prächtigen Hokaidos eine leckere Kürbissuppe für das ganze Kollegium der KWS zubereitet werden.

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